Europarechtlich streng geschützte Arten (Verbote nach § 44 (1) BNatSchG)

Hier werden beispielhaft Hinweise zu einigen Arten (-gruppen) aufgezählt, die meines Erachtens bei Planungen hilfreich sein können.

Vorab: Wichtig sind drei Dinge:
1. Frühzeitig nach allen relevanten Arten schauen (d.h. mind. ein Jahr vorher mit dem Kartieren anfangen),
2. rechtzeitig Maßnahmen zur Vermeidung einplanen oder ggf. kleine Änderungen der Planung in Erwägung ziehen,
3. ehrlich mit etwaigen Vorkommen gegenüber den Naturschutzbehörden umgehen.

 

Wiesenknopf-Ameisenbläulinge (Phengaris nausithous + P. teleius): Dunkler und Heller W.-A. haben in den letzten Jahren verwirrende wissenschaftliche Namenswechsel durchgemacht: Mit „Maculinea“ gestartet, kurz „Polyommatus“ angetestet, vorübergehend „Glaucopsyche“ genannt und letztendlich bei dem aktuell gültigen „Phengaris“ gelandet. Dagegen ist die Bach-/Flussmuschel (s. o.) noch einfach! Ansonsten bei Planungen glücklicherweise nicht oft betroffen, da die korrekte ‚Abwicklung‘ betroffener Habitate nicht ganz einfach ist.
 

Fledermäuse (Chiroptera spp.): Mit denen ist bei Gebäuden und größeren, älteren Bäumen immer zu rechnen. Manchmal ist die „Abwicklung“ tatsächlicher Vorkommen etwas kompliziert, andererseits ist ein einfaches „Kästen aufhängen“ als Kompensation meist unzureichend.
 

Haselmaus (Muscardinus avellanarius): Wurde in der Vergangenheit unterschätzt. Inzwischen weiß man, dass die Art sowohl direkt an Straßen (sogar innerhalb von Autobahn-Auffahrtsschleifen!) als auch im Siedlungsbereich vorkommt. Insofern immer zu beachten, wenn Gehölze betroffen sind.
 

Juchtenkäfer (Osmoderma eremita): Schreckgespenst aller Planungen und Planer/innen seit Stuttgart 21 – aber wer den Ablauf dieser Planungen kennt, weiß, dass die Bahn am Fiasko selber Schuld war …

Mauereidechse (Podarcis muralis): In den allermeisten Fällen, d.h. außerhalb des natürliche Verbreitungsgebiets, als allochthone Art einzustufen und damit leicht bearbeitbar; in Bayern vernünftigerweise in der Regel keine saP-Art.
→ LfU-Homepage: https://www.lfu.bayern.de/natur/sap/arteninformationen/steckbrief/zeige?stbname=Podarcis+muralis
 

Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina): Taucht gerne in Brachflächen und an anderen ungenutzten Stellen kurz vor Baubeginn auf – und ist damit ein klassischer Fall für das „allgemeine Lebensrisiko“.
 

Zauneidechse (Lacerta agilis): Die Art, für die die absurdesten „Biotope“ gebaut werden, die sie niemals nutzen kann. Oder anders gesagt: Auch durch Verschwendung von Steuergeldern gefährdet. Maßnahmen werden außerdem meist viel zu spät in Angriff genommen.


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